Essentieller Tremor

Essentieller Tremor
Essentieller Tremor (ET) ist eine der häufigsten Tremorstörungen und ist charakterisiert durch einen posturalen und/oder kinetischen Tremor. ET kann eine fortschreitende Störung sein. Der Tremor beginnt normalerweise auf einer Körperseite, im Laufe der Zeit greift der Tremor jedoch auf beide Seiten über, sodass dies zu einer bilateralen Erkrankung wird.1 Der Tremor kann sowohl in älteren Altersgruppen als auch schon frühzeitig auftreten.2

Symptome
Der ET betrifft am häufigsten die oberen Extremitäten (~90 % der Patienten), gefolgt vom Kopf (~30 %), der Stimme (~20 %), dem Gesicht oder Kiefer (~10 %). Ein Tremor des Kopfes zeigt sich als „Ja-Ja“- oder „Nein-Nein“-Bewegung.3 Die Symptome beginnen schrittweise und verschlimmern sich mit Bewegung.

Diagnose
Die genauen Ursachen eines ET sind unbekannt; es wird jedoch angenommen, dass bestimmte Teile des Zerebellum betroffen sind. ET ist häufig erblich. Kinder eines Elternteils mit essentiellem Tremor haben eine Wahrscheinlichkeit von 50 %, die Erkrankung zu erben.3 Die Diagnose eines ET wird auf Basis der berichteten Symptome und einer vollständigen neurologischen Untersuchung gestellt.  

Behandlung
Ein Tremor ist nicht heilbar, es gibt jedoch Behandlungsmöglichkeiten, mit denen die Symptome verbessert werden können.

Propanolol und Primidon werden häufig als Behandlungsmöglichkeit für einen Tremor der Extremitäten eingesetzt. Sie können einen Tremor nachgewiesenermaßen um ca. 50 % reduzieren. Bei 30 bis 50 % der Patienten mit ET wirken jedoch keine Medikamente.4

Botulinumtoxin wird für die Behandlung von Tremores der Extremitäten, des Kopfes und der Stimme eingesetzt. Es ist nachgewiesenermaßen bei einem Tremor der Gliedmaßen nur bedingt wirksam (20%ige Verbesserung) und etwas stärker wirksam bei einem Tremor des Kopfes (67 %) und der Stimmbänder (22–30 %). Die Hauptnebenwirkung von Botulinumtoxin ist eine temporäre Schwäche der betroffenen Extremität.4 Laut der American Academy of Neurology (AAN) wird empfohlen, Botulinumtoxin nur bei medizinisch schwerwiegenden Fällen anzuwenden.

Die Tiefe Hirnstimulation (THS) hat sich als sicher und wirksam bei der Behandlung von Tremores der Extremitäten erwiesen. Laut mehreren klinischen Studien zeigt die DBS eine mittlere Verbesserung von 60 bis 90 % des ET, basierend auf klinischen Bewertungen.4

THS-Verfahren
Das THS-Verfahren umfasst ein dezentes medizinisches Gerät, das Signale an das Gehirn sendet. Die Signale helfen den Patienten bei der Steuerung von motorische Funktionen, die von den Bewegungsstörungssymptomen betroffen sind, z. B. Tremor, verlangsamte Bewegung und Steifigkeit. Der Arzt setzt ein oder zwei isolierte Drähte, die als Elektroden bezeichnet werden, in das Gehirn ein. Die Elektroden werden dann mit dem Stimulator verbunden (ähnlich wie bei einem Herzschrittmacher), der in der Regel im Brustbereich unter der Haut platziert wird. Das Gerät produziert leichte elektrische Impulse, die eine spezifische Region des Gehirns stimulieren. Dies kann dazu beitragen, die Signale im Gehirn zu regulieren, was zu einer Verbesserung der ET-Symptome führt. Auch wenn die THS die Erkrankung nicht heilt, kann sie doch das Alltagsleben und die Lebensqualität verbessern.

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